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Immer mehr Menschen lassen sich beim Recherchieren von einem KI-Assistenten im Browser helfen. Damit dieser Assistent bei uns nicht raten muss, bietet freseniusinstruments.com seit dem 2. November 2026 eigene Werkzeuge nach dem neuen Web-Standard-Entwurf WebMCP an. Ein Agent fragt Produktdaten, Messbereiche, Vertriebspartner und offene Stellen direkt ab, statt die Seite Zeile für Zeile zu lesen. Was WebMCP ist, wie es funktioniert und wo die Grenzen liegen, erkläre ich hier.

Kurz beantwortet: Was ist WebMCP?

WebMCP (Web Model Context Protocol) ist ein Entwurf der W3C Web Machine Learning Community Group, an dem unter anderem Google und Microsoft arbeiten. Eine Website meldet darüber im Browser Werkzeuge an: Jedes hat einen Namen, eine Beschreibung, festgelegte Eingaben und eine Funktion, die die Antwort liefert. Ein KI-Agent im selben Browser sieht diese Werkzeuge und ruft sie auf. Er bekommt geordnete Daten zurück, statt Texte, Tabellen und Menüs selbst deuten zu müssen. WebMCP ist noch kein offizieller Standard, sondern ein Entwurf, der sich weiter ändert.

Warum wir WebMCP einsetzen

Ein Agent, der eine Website nur liest, arbeitet wie jemand, der ein Datenblatt durch eine Milchglasscheibe abschreibt. Er erkennt viel, aber nicht alles. Eine Messbereichstabelle mit drei Einheiten, eine Fußnote zur Ex-Zone oder die Frage, ob es in einem Land einen Vertriebspartner gibt: Genau dort entstehen Fehler.

Bei Gasanalyse zählen aber genau diese Details. Ob ein Analysator H₂S im ppm-Bereich oder im Prozentbereich misst, entscheidet über die Auswahl. Mit WebMCP bekommt der Agent die Werte aus derselben Quelle, aus der auch unsere Produktseiten entstehen. Was Sie auf der Seite lesen und was Ihr Assistent Ihnen sagt, stimmt damit überein.

So funktioniert WebMCP

1. Die Seite beschreibt ihre Werkzeuge

Beim Laden prüft unsere Seite, ob der Browser WebMCP kennt. Nur dann meldet sie ihre Werkzeuge an, sonst lädt sie dafür nichts nach. Jedes Werkzeug erklärt in einem Satz, was es kann, und legt fest, welche Eingaben es erwartet, etwa ein Suchwort oder einen Ländercode.

2. Der Agent wählt ein Werkzeug und ruft es auf

Stellen Sie Ihrem Assistenten eine Frage, liest er die Liste der Werkzeuge und entscheidet, welches passt. Für „Welche Analysatoren messen Sauerstoff?“ ruft er zum Beispiel die Produktsuche mit dem Suchwort „oxygen“ auf.

3. Die Antwort kommt aus denselben Daten wie die Seite

Das Werkzeug fragt dieselben Daten ab wie unsere Seiten und gibt das Ergebnis geordnet zurück: Name, Kurzbeschreibung, technische Daten und den Link zur Produktseite. Der Agent formuliert daraus seine Antwort und kann Sie direkt auf die passende Seite schicken.

Für Technikinteressierte: So sieht die Anmeldung eines Werkzeugs im Kern aus. Der Ausschnitt ist gekürzt, die Beschreibungen sind wie im Original englisch.

const mc = document.modelContext;
if (mc && typeof mc.registerTool === 'function') {
  mc.registerTool({
    name: 'search_products',
    description: 'Search the Fresenius Instruments product range ' +
      '(gas analyzers and sample gas coolers).',
    inputSchema: {
      type: 'object',
      properties: {
        query: { type: 'string', description: 'Search words, e.g. "CH4"' }
      }
    },
    annotations: { readOnlyHint: true },
    async execute({ query }) {
      const url = '/wp-json/tory-seo/v1/agent/products?q=' +
        encodeURIComponent(query || '');
      const data = await (await fetch(url)).json();
      return { content: [{ type: 'text', text: JSON.stringify(data) }] };
    }
  });
}

Die Markierung readOnlyHint sagt dem Agenten, dass das Werkzeug nur liest und nichts verändert.

Diese sieben Werkzeuge bietet freseniusinstruments.com

  • Produkte suchen (search_products): Gasanalysatoren und Messgaskühler nach Stichwort, Gaskomponente oder Anwendung.
  • Produktdetails (get_product_details): Messprinzip, Gaskomponenten und Messbereiche, Genauigkeit, Schnittstellen, die häufigen Fragen der Produktseite und verbindliche Hinweise. Beim BioBasic steht dort zum Beispiel, dass das Gerät selbst nicht ATEX-zugelassen ist und außerhalb der Ex-Zone installiert wird.
  • Substanzen (search_substances): rund 120 Substanzen mit Messprinzip und Messbereichen je Einheit, wie in unserer Substanzdatenbank.
  • Vertriebspartner finden (find_distribution_partners): Partner je Land. Gibt es dort keinen, nennt das Werkzeug den direkten Weg zu uns.
  • Partneranfrage vorbereiten (prepare_partner_inquiry): erzeugt einen Link zum Anfrageformular mit vorausgefülltem Anliegen. Abgeschickt wird erst, wenn Sie selbst auf „Senden“ klicken.
  • Offene Stellen (list_open_jobs): unsere aktuellen Stellen mit Ort, Beginn und Link zur Karriereseite.
  • Kontaktwege (get_contact_options): welche Seite für welches Anliegen die richtige ist, von der allgemeinen Anfrage über Angebot und Service bis zum Gesprächstermin.

Dazu kommt das Anfrageformular unter Partneranfrage: Es ist so beschrieben, dass ein Agent die Felder vorausfüllen kann. Die Einwilligungen und das Absenden bleiben bei Ihnen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Angenommen, Sie betreiben eine Biogasanlage in Italien und fragen Ihren Assistenten: „Welches Gerät von Fresenius Umwelttechnik misst Methan und Schwefelwasserstoff im Biogas, und wer betreut Kunden in Italien?“

  1. Der Agent ruft die Produktsuche mit „biogas“ auf und findet unter anderem das BioBasic.
  2. Mit den Produktdetails holt er Messbereiche und Hinweise, darunter den zur Ex-Zone.
  3. Die Partnersuche für Italien liefert den zuständigen Vertriebspartner mit Link zu seinem Profil.
  4. Auf Wunsch bereitet er die Anfrage an diesen Partner vor. Sie prüfen den Text und senden selbst ab.

Jeder Schritt beruht auf unseren eigenen Daten. Der Agent muss weder Tabellen abschreiben noch Ländernamen aus einem Kartenmenü heraussuchen.

Auch im Partnerportal: Werkzeuge für unsere Partner

Unser Partnerportal Insider, über das Partner Leads, Angebote und ihren Status verwalten, bietet ebenfalls WebMCP-Werkzeuge an. Was ein Agent dort abrufen darf, hängt von der Rolle der angemeldeten Person ab:

  • Alle: die öffentliche Partnersuche.
  • Bewerber: zusätzlich den eigenen Stand im Onboarding mit dem nächsten Schritt.
  • Partner: zusätzlich Partnerstufe, Fortschritt und die eigenen Leads. Namen und Kontaktdaten der Kunden gibt das Werkzeug bewusst nicht heraus.

Ein Agent arbeitet dort nie mit mehr Rechten als die Person, die angemeldet ist. Mehr zum Programm lesen Sie in der Ankündigung des Partnerprogramms.

Was ein Agent bei uns nicht darf

WebMCP erlaubt grundsätzlich auch Werkzeuge, die etwas auslösen, etwa eine Bestellung. Darauf verzichten wir. Alle unsere Werkzeuge lesen nur:

  • Kein Werkzeug sendet, bestellt oder ändert etwas.
  • Formulare darf ein Agent höchstens vorausfüllen. Absenden, Einwilligungen und die Prüfung gegen Missbrauch bleiben beim Menschen.
  • Der vorbereitete Anfrage-Link enthält keine Namen, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern.
  • Die Website gibt nur Daten heraus, die ohnehin öffentlich auf unseren Seiten stehen.

Wo WebMCP heute schon funktioniert

WebMCP ist jung, und die Unterstützung wächst erst. Stand November 2026:

  • ChatGPT-Desktop-App: Der eingebaute Browser findet die Werkzeuge einer Seite und ruft sie auf. OpenAI nennt das „Site tools“.
  • Google Chrome: WebMCP läuft ab Chrome 149 als Testphase (Origin Trial). Entwickler schalten es über chrome://flags/#enable-webmcp-testing ein.
  • Andere Browser und Assistenten: Safari und Firefox unterstützen WebMCP bisher nicht. Viele Assistenten lesen Seiten weiter auf dem herkömmlichen Weg.

Deshalb bleibt WebMCP bei uns eine Ergänzung. Jede Seite funktioniert ohne WebMCP genauso wie bisher, und ein Agent ohne WebMCP findet alle Inhalte weiter im Text der Seite.

Häufige Fragen zu WebMCP

Merke ich als Besucher etwas davon?

Nein. Ohne einen Browser, der WebMCP kennt, wird nichts zusätzlich geladen. Aussehen und Ladezeit der Seiten bleiben gleich.

Kann ein KI-Agent bei Ihnen etwas bestellen oder eine Anfrage absenden?

Nein. Unsere Werkzeuge lesen nur. Eine Anfrage kann ein Agent vorbereiten, absenden müssen Sie selbst.

Was ist der Unterschied zwischen WebMCP und MCP?

Das Model Context Protocol (MCP) verbindet KI-Anwendungen über einen eigenen Server mit Werkzeugen und Daten. WebMCP überträgt diese Idee in den Browser: Die Website selbst stellt die Werkzeuge bereit, und sie laufen in der Sitzung, die Sie gerade geöffnet haben.

Ist WebMCP ein offizieller Standard?

Noch nicht. Es ist ein Entwurf einer W3C Community Group. Details können sich ändern, und wir passen unsere Werkzeuge dann an.

Fazit

Mit WebMCP geben wir KI-Assistenten einen direkten, geprüften Zugang zu unseren Produktdaten, Messbereichen und Ansprechpartnern. Die Antworten, die Sie über Ihren Assistenten bekommen, stammen damit aus unseren eigenen Daten statt aus einer Deutung der Seite. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen: Senden, anfragen und bestellen können nur Sie.

Sie suchen den passenden Gasanalysator? Stöbern Sie in unseren Produkten, finden Sie einen Vertriebspartner in Ihrer Nähe oder sprechen Sie direkt mit unserem Team, mit oder ohne KI-Assistent.

Quellen