FAQ
Häufige Fragen zu NDIR
Was ist NDIR?
NDIR steht für nichtdispersive Infrarot-Absorption. Ein Strahler durchleuchtet das Messgas, ein Filter lässt nur die Wellenlänge des Zielgases durch, ein Detektor misst, wie viel Licht ankommt. Je mehr Gas, desto weniger Licht – daraus folgt nach dem Lambert-Beer-Gesetz die Konzentration.
Wie funktioniert ein NDIR-Gasanalysator?
Eine Pumpe holt das Messgas in die Messzelle. Infrarotlicht durchquert die Zelle, das Zielgas absorbiert einen Teil davon, ein Filter vor dem Detektor wählt das Messfenster. Damit der Wert stabil bleibt, braucht jede Messung eine Referenz: entweder dasselbe Gas bei abgesenktem Druck (Zwei-Druck-Referenz) oder ein Referenzkanal auf einer Wellenlänge ohne Absorption (Mehrstrahl).
Was ist der Unterschied zwischen einem NDIR-Sensor und einem NDIR-Gasanalysator?
Ein NDIR-Sensor ist ein Bauteil, etwa für CO₂ in der Raumluft. Ein Gasanalysator ist ein komplettes Messsystem für Prozessgas: mit Pumpe, Messgasaufbereitung, Kompensation von Querempfindlichkeiten, Umschaltung zwischen Messstellen und Anschluss an Ihr Leitsystem.
Welche Gase kann NDIR messen?
Gase, die Infrarotlicht absorbieren: zum Beispiel CH₄, CO₂, CO, N₂O, NH₃, SO₂, Ethylen, Formaldehyd, Methanol, Kältemittel wie R134a und chlorierte Lösemittel. Nicht messbar per NDIR sind H₂, N₂, O₂ und Edelgase – dafür nutzen wir andere Messprinzipien.
Was ist Querempfindlichkeit, und wie wird sie ausgeglichen?
Querempfindlichkeit entsteht, wenn ein anderes Gas im Messfenster des Zielgases absorbiert. Wir wählen ein Messfenster ohne Störung oder messen den Störer mit und rechnen ihn heraus – auch bei Gemischen, in denen sich mehrere Gase gegenseitig beeinflussen.
Stört Feuchtigkeit die NDIR-Messung?
Wasserdampf absorbiert Infrarot in mehreren Bereichen. Ein Messgaskühler trocknet das Messgas auf einen Taupunkt von 5 °C; wo es auf kleinste Konzentrationen ankommt, misst ein eigener Kanal die Feuchtigkeit mit und rechnet sie heraus.
Was ist eine automatische Nullpunktkorrektur?
Sie gleicht die Nullpunktdrift einer Infrarotmessung aus, ohne dass jemand Nullgas anschließen muss. Beim Zwei-Druck-Referenzverfahren geschieht das in jedem Messzyklus über einen Druckwechsel in der Messzelle, bei der Mehrstrahltechnik laufend über einen Referenzkanal. So bleiben die Messwerte über lange Zeit stabil.
Wie oft muss ein NDIR-Gerät kalibriert werden?
Mit der Zwei-Druck-Referenz brauchen Sie im Routinebetrieb kein Prüfgas – der Nullpunkt korrigiert sich bei jeder Messung automatisch. Mehrstrahl-Geräte kalibrieren Null- und Endpunkt in festen Abständen mit Prüfgas, automatisch ausgelöst.
Wie klein ist die Nachweisgrenze?
Sie hängt vom Gas und von der Messzelle ab. Mit langen, innen veredelten Messzellen erreichen wir Nachweisgrenzen bis in den ppm-Bereich – welche für Ihr Gas, sagen wir Ihnen nach einem Blick auf Ihre Messaufgabe.