BioBasic Biomethane
Online-Gasanalysator für CH₄, CO₂, O₂ und H₂S an der Netzeinspeisung
Das BioBasic Biomethane überwacht die Qualität des Produktgases nach der Biogasaufbereitung — auf Ihrer Anlage, vor der Übergabe ins Gasnetz. Es misst CH₄, CO₂, O₂ und H₂S im Sekundentakt und zeigt Ihnen jederzeit, ob das aufbereitete Gas innerhalb der geforderten Spezifikation liegt. Eine Abweichung sehen Sie, während sie entsteht — früh genug, um die Aufbereitung nachzuregeln, statt sie erst an der Einspeisestelle bestätigt zu bekommen.
Anwendung
Das BioBasic Biomethane überwacht das Produktgas nach der Biogasaufbereitung — auf Ihrer Anlage, vor der Übergabe ins Erdgasnetz. Es misst Methan (CH₄), Kohlendioxid (CO₂), Sauerstoff (O₂) und Schwefelwasserstoff (H₂S) kontinuierlich im Sekundentakt.
Die Aufgabe ist die eigene Qualitätssicherung: Sie müssen wissen, ob Ihr aufbereitetes Gas die geforderte Spezifikation einhält, bevor es Ihre Anlage verlässt. Die Messung an der Einspeisestelle liegt nicht mehr in Ihrer Hand — was dort gemessen wird, ist Befund, nicht Steuergröße.
Genau dafür ist das BioBasic Biomethane gebaut. Es sitzt auf Ihrer Seite der Übergabe und macht Qualitätsschwankungen sofort sichtbar, sodass Aminwäsche, Druckwechseladsorption oder Membrantrennung nachgeregelt werden können, solange das noch etwas ändert.
Weil aufbereitetes Biomethan trocken ist, braucht das Gerät keine Messgasaufbereitung. Optional ist eine pumpenlose Variante erhältlich, die das Messgas über den Eigendruck der Leitung führt — sinnvoll dort, wo eine Pumpe als Verschleißteil vermieden werden soll.
Features
Die wichtigsten Merkmale im Überblick:
- Messung im Sekundentakt: kontinuierlich, 1 Sekunde je Messwert.
- NDIR-Zweistrahlverfahren für CH₄ und CO₂ — hohe Langzeitstabilität durch den Referenzstrahl.
- NDUV mit Referenzdetektor für H₂S: empfindlich und verschleißfrei, ohne die regelmäßig zu tauschende elektrochemische Zelle.
- Automatische, fehlerüberwachte Kalibrierung gegen Null- und Prüfgas mit einstellbarem Intervall; Kalibrierfaktor, Standardabweichung am Nullpunkt und Offset werden gegen Grenzwerte geprüft.
- Temperaturstabilisierte Messzellen: NDIR- und NDUV-Zellen werden auf 45 °C gehalten, damit die Umgebungstemperatur nicht in den Messwert einläuft.
- Keine Messgasaufbereitung nötig, weil aufbereitetes Biomethan trocken ankommt.
- Optional pumpenlos: Messgastransport über Eigendruck ab etwa 60 mbar.
- Plug & Play: vorkonfiguriert geliefert, Bedienung über ein 2,5"-Touchdisplay.
- Klartext-Fehlermeldungen auf dem Display statt Fehlercodes.
- Flexible Datenübertragung: 4–20 mA serienmäßig, optional Profibus DP, Profinet, Ethernet IP und Modbus TCP.
- Sicherheitstechnik: ATEX-zertifizierte Flammensperre am Messgaseingang und drehzahlüberwachter Gehäuselüfter mit Tachosignal. Das Gerät selbst ist damit nicht für die Aufstellung in einer Ex-Zone zugelassen — die Flammensperre schützt die Anlage.
- Optional UL Listed / CSA Listed.
Einsatzbereiche
Das BioBasic Biomethane ist für die Qualitätsüberwachung am Ende der Aufbereitungskette ausgelegt:
- Biomethan-Einspeiseanlagen: Überwachung des Produktgases vor der Übergabe ins Erdgasnetz.
- Gasnetz-Übergabestationen: kontinuierliche Kontrolle der eingespeisten Qualität zwischen zwei Chromatographen-Zyklen.
- Biogasaufbereitung: Regelgröße für Aminwäsche, Druckwechseladsorption oder Membrantrennung — der Methanschlupf wird sofort sichtbar.
- Power-to-Gas und SNG: Kontrolle des methanisierten Produktgases auf Netzqualität.
Für die Messung im Rohgas vor der Aufbereitung ist er nicht gedacht — dort sind die Konzentrationen völlig anders gelagert. Diese Aufgabe übernimmt der BioBasic.
Daten
| Messprinzip | CH₄ und CO₂: NDIR-Zweistrahlverfahren · O₂: elektrochemisch (galvanisch) · H₂S: NDUV mit Referenzdetektor |
|---|---|
| Gaskomponenten | CH₄, CO₂, O₂, H₂S |
| Messbereiche | CH₄ 90–100 Vol.-% · CO₂ 0–10 Vol.-% · O₂ 0–30 Vol.-% · H₂S 0–100 ppm |
| Messgenauigkeit CH₄ | Präzision 0,1 %, erweiterte Messunsicherheit 0,2 % vom Messbereichsendwert — Werte der übrigen Komponenten im Datenblatt |
| Messintervall | 1 Sekunde (kontinuierlich) |
| Konditionierung | NDIR- und NDUV-Messzellen auf 45 °C temperaturstabilisiert; keine Messgasaufbereitung erforderlich (trockenes Biomethan) |
| Messgaseingänge | 1 × Messgas, 1 × Nullgas, 1 × Prüfgasgemisch |
| Kalibrierung | Automatisch gegen Prüf- und Nullgas, einstellbares Intervall, ca. 4 min je Zyklus; fehlerüberwacht |
| Gehäuse | Wandgehäuse IP 54, 400 × 600 × 220 mm, 18 kg |
| Schnittstellen | Standard 4–20 mA (galvanisch getrennt); optional Profibus DP, Profinet, Ethernet IP, Modbus TCP |
| Sicherheitstechnik | ATEX-zertifizierte Flammensperre am Messgaseingang; drehzahlüberwachter Gehäuselüfter mit Tachosignal |
Diese Tabelle ist ein Auszug. Toleranzen, Ansprechzeiten, Klemmenbelegung und die vollständige Optionsliste stehen im Datenblatt. Stand 11.08.2026. Verbindlich ist immer das Datenblatt. Datenblatt anfordern →
Messbare Substanzen
- CH₄ Methan
- CO₂ Kohlendioxid
- O₂ Sauerstoff
- H₂S Schwefelwasserstoff
Eckdaten
- Messbereich CH₄
- 90 – 100 Vol.-%
- Messintervall
- 1 Sekunde, kontinuierlich
- Messprinzip
- NDIR-Zweistrahl · NDUV · elektrochemisch
- Messunsicherheit CH₄
- 0,2 % vom Endwert
- Messgastransport
- Pumpe 4 l/min, optional pumpenlos
- Gehäuse
- Wandgehäuse IP 54, 18 kg
Vorteile
Sekundentakt statt Minutentakt
Der Analysator misst kontinuierlich im Sekundentakt. Der Prozessgaschromatograph an derselben Messstelle braucht für einen Wert einige Minuten — in dieser Zeit kann eine Anlage bereits Gas außerhalb der Spezifikation einspeisen. Das BioBasic Biomethane schließt genau diese Lücke.
Zwei optische Verfahren, kein Verschleißteil im Messpfad
CH₄ und CO₂ werden im NDIR-Zweistrahlverfahren gemessen, H₂S im NDUV-Verfahren mit Referenzdetektor. Beide arbeiten optisch und damit verschleißfrei — anders als elektrochemische H₂S-Zellen, die als Verbrauchsteil regelmäßig getauscht werden. Nur der Sauerstoffkanal nutzt eine galvanische Zelle.
Kalibrierung läuft automatisch und überwacht sich selbst
Das Gerät kalibriert selbsttätig gegen Null- und Prüfgas, in einem einstellbaren Intervall. Ein Zyklus dauert rund vier Minuten. Dabei prüft es Kalibrierfaktor, Standardabweichung am Nullpunkt und Offset gegen hinterlegte Grenzen und meldet, wenn ein Wert davonläuft — statt still weiter zu driften.
Plug & Play, Fehlermeldungen in Klartext
Das Gerät kommt vorkonfiguriert, wird an die Wand gesetzt und über ein 2,5"-Touchdisplay bedient. Störungen erscheinen als lesbarer Text auf dem Display, nicht als Fehlercode zum Nachschlagen. Für die Anbindung an die Leitwarte stehen 4–20 mA sowie optional Profibus DP, Profinet, Ethernet IP und Modbus TCP bereit.
Häufige Fragen
Wofür ist das BioBasic Biomethane gedacht?
Für die kontinuierliche Qualitätsüberwachung des Produktgases nach der Biogasaufbereitung — dort, wo aufbereitetes Biomethan ins Erdgasnetz übergeben wird. Er misst CH₄, CO₂, O₂ und H₂S im Sekundentakt und macht Abweichungen sofort sichtbar, damit die Aufbereitung nachgeregelt werden kann.
Wie verhält er sich zum Prozessgaschromatographen an der Einspeisestelle?
Die beiden stehen auf verschiedenen Seiten der Übergabe. Der Prozessgaschromatograph gehört zur Einspeisestelle, ist dort das abrechnungsrelevante Gerät und liegt nicht in Ihrer Hoheit — Sie bekommen sein Ergebnis, Sie steuern es nicht.
Das BioBasic Biomethane ist Ihre eigene Messung davor. Es ersetzt den Chromatographen nicht und soll es nicht; es sorgt dafür, dass das, was dort ankommt, schon in Ordnung ist. Dass es im Sekundentakt misst und der Chromatograph nur alle paar Minuten, ist dabei der entscheidende Unterschied.
Was unterscheidet es vom normalen BioBasic?
Die Messaufgabe liegt am anderen Ende der Kette. Der BioBasic misst Rohgas in Biogasanlagen, Kläranlagen und auf Deponien — Methangehalte um 50 – 60 Vol.-%, H₂S bis in den Prozentbereich, feuchtes Gas mit Kondensatfalle.
Das BioBasic Biomethane misst Produktgas: CH₄ 90 – 100 Vol.-%, H₂S 0 – 100 ppm, trockenes Gas ohne Aufbereitung. Es nutzt dafür NDUV statt einer elektrochemischen Zelle für H₂S und misst im Sekundentakt statt im Minutenraster.
Welche Messbereiche deckt das Gerät ab?
CH₄ 90 – 100 Vol.-%, CO₂ 0 – 10 Vol.-%, O₂ 0 – 30 Vol.-% und H₂S 0 – 100 ppm. Die Bereiche sind auf aufbereitetes Biomethan zugeschnitten — für Rohgas mit 50 Vol.-% Methan ist das Gerät nicht ausgelegt.
Wie genau misst das BioBasic Biomethane?
Die Präzision liegt bei 0,1 % (CH₄), 0,05 % (CO₂), 0,1 % (O₂) und 0,2 % (H₂S) vom Messbereichsendwert. Die erweiterte Messunsicherheit beträgt 0,2 % (CH₄), 0,5 % (CO₂), 0,3 % (O₂) und 0,5 % (H₂S) vom Messbereichsendwert.
Warum wird H₂S optisch gemessen und nicht elektrochemisch?
Weil eine elektrochemische H₂S-Zelle ein Verbrauchsteil ist: Sie altert und muss regelmäßig getauscht werden. Das NDUV-Verfahren mit Referenzdetektor arbeitet optisch, also ohne Verschleiß im Messpfad, und ist im ppm-Bereich empfindlich genug. Nur der Sauerstoffkanal nutzt weiterhin eine galvanische Zelle — für O₂ gibt es kein gleichwertiges optisches Verfahren in dieser Baugröße.
Braucht das Gerät eine Messgasaufbereitung?
Nein. Aufbereitetes Biomethan kommt trocken an der Einspeisestelle an, deshalb entfällt die Aufbereitung. Die NDIR- und NDUV-Messzellen werden auf 45 °C temperaturstabilisiert, damit die Umgebungstemperatur nicht in den Messwert einläuft. Empfohlen ist die Aufstellung im Innenraum in entfeuchteter Umgebung — die enge Spezifikation der NDUV-Messung honoriert das.
Wie läuft die Kalibrierung ab?
Automatisch, in einem einstellbaren Intervall, gegen Null- und Prüfgas. Ein Zyklus dauert rund vier Minuten; in dieser Zeit liefert das Gerät keine Messwerte. Es überwacht die Kalibrierung selbst und prüft Kalibrierfaktor, Standardabweichung am Nullpunkt und Offset gegen hinterlegte Grenzen. Als Standard-Prüfgas dient ein Gemisch aus CH₄ 94,999 Vol.-%, CO₂ 4 Vol.-%, O₂ 1 Vol.-% und H₂S 10 ppm; andere Gemische sind auf Anfrage möglich.
Gibt es eine Variante ohne Messgaspumpe?
Ja. Bei der pumpenlosen Variante wird das Messgas über den Eigendruck der Leitung geführt; dafür werden etwa 60 mbar benötigt. Diese Variante hat keinen Bypass-Ausgang. Sie ist sinnvoll, wo ein bewegtes Bauteil im Gaspfad grundsätzlich vermieden werden soll.
Darf das Gerät in einer Ex-Zone aufgestellt werden?
Nein. Am Messgaseingang sitzt eine ATEX-zertifizierte Flammensperre, und der Gehäuselüfter ist drehzahlüberwacht — beides schützt die Anlage. Das Gerät selbst ist damit aber nicht als Ex-Betriebsmittel zugelassen und gehört außerhalb der Zone aufgestellt.
Wie wird der Analysator an die Leitwarte angebunden?
Serienmäßig über einen galvanisch getrennten 4–20-mA-Analogausgang. Optional stehen Profibus DP, Profinet, Ethernet IP und Modbus TCP zur Verfügung. Dazu kommen vier frei programmierbare Binäreingänge sowie Relaisausgänge, darunter je ein Digitalausgang für „Betriebsbereit" und „Störung".
Kann ich das Gerät vorab testen?
Ja, wir stellen Leih- und Testgeräte zur Verfügung. Sprechen Sie uns an — wir klären vorher gemeinsam, ob die Messbereiche zu Ihrer Einspeisestelle passen.
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